Ich drehte mich langsam zu Dolores um.
Ihre Augen ruhten immer noch auf mir.
Ruhig.
Wissen.
„Jetzt verstehst du“, flüsterte sie.
Mein Herz raste.
NEIN.
Ich nicht.
Nicht vollständig.
Aber ich wusste genug.
Ich schob die Dokumente zurück in den Umschlag und klemmte ihn mir unter den Arm.
Die Schritte waren jetzt näher.
Der Flurboden knarrte.
Ich verließ das Zimmer gerade, als sie den Wohnbereich erreichten.
Javier blieb stehen, als er mich sah.
Lucía.
Sein Gesichtsausdruck wechselte rasch von Überraschung zu etwas anderem. Berechnung.
Du bist früh zurück.
Ich hielt seinem Blick stand.
Die Stille dehnte sich aus.
Dann fragte ich leise.
Wie lange ist das schon so?
Javier wandte als Erster den Blick ab.
„Ihr geht es gut“, sagte er zu schnell. „Sie ist einfach nur alt. Du weißt ja, wie sie ist.“
Nein, sagte ich.
Ich tu nicht.
Pilar trat vor, ihr Gesichtsausdruck war angespannt.
Fang bloß nicht damit an, Lucía. Diese Frau ist schon seit Jahren eine Last. Wir haben mehr als genug getan.
Ich spürte, wie etwas in mir verhärtete.
Mehr als genug.
Ich dachte an die fleckigen Laken. An den Geruch. An das leere Glas in der Küche.
„Du hast sie allein gelassen“, sagte ich.
Pilar spottete.
Übertreib nicht.
Ich sah Javier an.
Du hast sie einfach so zurückgelassen.
Er seufzte und fuhr sich mit der Hand durchs Haar.
Wir waren beschäftigt, okay. Und sie weiß die Hälfte der Zeit nicht einmal, was los ist.
In diesem Moment begriff ich es.
Sie glaubten ihrer eigenen Version von ihr.
Schwach.
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